RERBs

Entwicklung von Renin-/ Prorenin-Rezeptor-Blockern, einer neuen Medikamentenklasse in der Tumortherapie

Tumorerkrankungen zählen mit zunehmender Tendenz zu den häufigsten Todesursachen. Die Anzahl der Menschen mit tödlich verlaufenden Krebserkrankungen liegt weltweit bei ca. 24,6 Millionen und jedes Jahr werden weitere 10,9 Millionen neue Krebsdiagnosen gestellt. Viele Krebsarten, z.B. Darmkrebs, sind durch eine gestörte Übertragung in einem bestimmten Signalweg in den Zellen gekennzeichnet. Dadurch kann die ungehemmte Vermehrung von Tumorzellen nicht mehr durch induzierten Zellselbstmord unterdrückt werden.

Aktuelle Daten zeigen, dass der Renin-/Prorenin-Rezeptor (RER) essenziell für diesen Signalweg ist. Der RER stellt eine neue, vor wenigen Jahren identifizierte Komponente des Regulationsmechanismus für den Blutdruck im menschlichen Körper dar. Dem RER kommt dabei eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Nieren- und Herzschäden im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Diabetes zu. Daher stellt der RER eine vielversprechende pharmakologische Zielstruktur zur Therapie unterschiedlicher Tumorerkrankungen dar.

An der Charité - Universitätsmedizin Berlin - Center for Cardiovascular Research - Institut für Pharmakologie konnte erstmals die Signalübertragung dieses Rezeptors beschrieben und eine neue oral zu verabreichende Medikamentenklasse identifiziert werden, mit der sich der RER blockieren lässt. Dadurch kann der Selbstkontrollmechanismus der Zellen wieder funktionieren und folglich das Tumorwachstum hemmen. Im VIP Vorhaben ist geplant, diese Medikamentenklasse bis zum Abschluss der präklinischen Studien als Krebstherapie zu validieren. Anschließend ist eine Verwertung durch einen Lizenzverkauf, Verbundforschung oder ein Spin-Off geplant.