PLANCK-WAAGE

Selbstkalibrierende Präzisionswaagen für den industriellen Einsatz

Das Kilogramm ist die letzte SI-Einheit (SI: Internationales Einheitensystem), die noch nicht über Naturkostanten definiert ist. Bisher wird es über ein „Urkilogramm“ definiert, welches durch verschiedene Einflüsse über die Zeit langsam seine Masse verändert. Ein Beschluss über die internationale Neudefinition der SI-Einheit Kilogramm ist für das Jahr 2018 geplant. Ab diesem Zeitpunkt wird die Ableitung des Kilogramms über die Planck-Konstante anstelle der bisherigen Definition über das sich verändernde Urkilogramm erfolgen.

 Im Rahmen des Verbundprojekts PLANCK-WAAGE der Technischen Universität Ilmenau (TU Ilmenau) und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) sollen vielver-sprechende Forschungsergebnisse der Findungsphase, in der ein Labormuster einer Planck-Waage mit einem Messbereich bis 20 g entwickelt wurde, validiert werden. Das Ziel des Validierungsprojekts ist die weltweit erstmalige Realisierung von selbstkalibrierenden Planck-Waagen unter Berücksichtigung von praxisorientierten technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Im Rahmen des Projekts sollen zwei Demonstratoren verschiedener Genauigkeitsklassen für die Anwendung in der Industrie und in Kalibrierlaboratorien, aufgebaut, ein Bau¬kastenprinzip zur Realisierung aufgabenangepasster selbstkalibrierender Waagen für abweichende Genauigkeitsanforderungen erarbeitet und eine automatische Mess¬unsicher¬heitsermittlung integriert werden. Nach Abschluss des Verbundprojekts soll die Verwertung über die Kooperation mit Waagen¬herstellern oder über eine Ausgründung erfolgen.

Die TU Ilmenau ist im Projekt für die Verbundkoordination sowie für die Arbeiten zur Entwicklung und zum Aufbau der selbstkalibrierenden Präzisionswaagen zuständig; die Physikalisch-Technische Bundesanstalt übernimmt die Arbeiten zur Sicherstellung der metrologischen Rückführbarkeit.