Marmorbild

Innovative Ultraschall-Tomographie und digitale Rekonstruktion für die zerstörungsfreie Prüfung von Kulturgütern aus Marmor

Der Naturstein Marmor wird seit der Antike als Baumaterial für repräsentative Gebäude und zur Fertigung von Skulpturen eingesetzt. Marmor ist jedoch wegen seiner chemischen Zusammensetzung und Porosität ständig einer natürlichen Verwitterung ausgesetzt, die seit Beginn der Industrialisierung durch zunehmende Umweltverschmutzung beschleunigt wurde. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Restaurierung und Konservierung sind die Analyse des Zustandes und vorheriger Restaurierungen. Idealerweise ist diese Prüfung zerstörungsfrei und leicht anzuwenden. Dieses Profil erfüllt die Ultraschalltechnik; die zerstörungsfreie Prüfung von Marmor profitiert jedoch bisher noch nicht von den fortgeschrittenen Möglichkeiten der modernen Ultraschalltechnologie. 

Das Ziel des Verbundprojekts des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT), der Georg-August-Universität Göttingen und der Technischen Universität Kaiserslautern ist die Validierung moderner Ultraschalltechnologie und digitaler Rekonstruktion für die zerstörungsfreie Prüfung von Fassaden, Bauornamenten und Skulpturen aus Marmor, wofür im Rahmen der Vorläuferforschung die grundsätzliche Machbarkeit nachgewiesen wurde. Das geplante tragbare Ultraschallsystem mit der Option zur digitalen Rekonstruktion birgt ein hohes Innovationspotenzial, da es aussagekräftige Ultraschall-Tomographien bereitstellt und schnelle Zustandsbestimmungen erlaubt. So könnten zukünftig in kürzeren Zeiträumen mehr Objekte kostengünstig untersucht und Schäden frühzeitig erkannt sowie Finanzmittel gezielter eingesetzt werden. 

Die Verwertung des Ultraschallsystems sowie einzelner Komponenten wird über Kooperationen mit Unternehmen oder über Ausgründungen angestrebt.