Fibrinprothese

Validierung eines Gefäßersatzes aus hoch verdichtetem Blutfaserstoff

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© Medizinische Hochschule Hannover

Motivation

Mit der Hightech-Strategie 2025 „Forschung und Innovation für die Menschen“ hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die vielfältigen Anwendungspotenziale exzellenter Forschung noch schneller und effektiver zu identifizieren und für Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar zu machen. Dafür muss die Brücke zwischen akademischer Forschung und ihrer wirtschaftlichen Verwertung bzw. gesellschaftlichen Anwendung weiter gestärkt werden. Die BMBF-Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+" setzt hier an und unterstützt Forscherinnen und Forscher dabei, Forschungsergebnisse systematisch zu validieren und Anwen-dungsbereiche zu erschließen.

Zusammenfassung

Ziel des Projektes Fibrinprothese ist die Validierung eines natürlichen Blutgefäßersatzes aus hoch verdichtetem Fibrin (Protein des Gerinnungssystems). Die Medizinische Hochschule Hannover hat ein Verfahren für die Konstruktion einer bioartifiziellen Gefäßprothese entwickelt, die sich bis zu sechs Monaten lagern lässt. Dieses Fibrinimplantat hat ähnliche biomechanische Eigenschaften wie eine natürliche Arterie und kann somit vollständig in den Organismus einheilen und vom Körper schrittweise in eine Neoarterie umgebaut werden.  Eine solche Arterie kann die bislang üblichen Arterien aus Kunststoff ersetzen oder die Transplantation eines körpereigenen Gefäßes vermeiden helfen. Durch die gute Lagerbarkeit ist eine Vorratshaltung der Prothesen möglich. Die zellfreie Fibrinprothese soll nach einer klinischen Phase im Anschluss an das Validierungsvorhaben als Medizinprodukt eingestuft und am Markt verfügbar werden.