201TlDDC-SPECT

Frühdiagnostik dementieller Erkrankungen

Dementielle Erkrankungen beginnen typischerweise mit ersten Symptomen bereits Jahre bis Jahrzehnte vor auffälligen manifesten Störungen. Die lange Zeitspanne zwischen Erkrankungsbeginn und manifester Demenz erhöht die Chancen für therapeutische Interventionen, jedoch lässt sich dieses "therapeutische Fenster" nur nutzen, wenn es gelingt, in der Frühphase eine sichere Diagnose zu stellen.

Ziel des vorliegenden gemeinschaftlichen Projektes des Leibniz-Instituts für Neurobiologie und der Klinik für Nuklearmedizin der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist die präklinische Evaluierung und initiale klinische Erprobung eines neuartigen bildgebenden Verfahrens zur Frühdiagnostik von Alzheimer- und vaskulärer Demenz. Kern des neuen Verfahrens ist die emissions-computertomographische Visualisierung des zerebralen Kalium-Stoffwechsels mithilfe der Tracer-Substanz 201Thallium Diethyldithiocarbamat (201TlDDC). Mit diesem Tracer wird es möglich sein, pathologische Veränderungen neuronaler Aktivität und neuronaler Erregbarkeit in Frühstadien der Demenz diagnostisch erfassbar zu machen.

Im vorliegenden Projekt soll das neuartige bildgebende Verfahren zunächst an Ratten und Mäusen getestet werden, später an Demenz-Patienten.

Die Ergebnisse dieses Projekts eröffnen große wirtschaftliche Potenziale in den Bereichen Pharmaindustrie, Gesundheitswesen und Nuklearmedizin. Im Anschluss an das Projekt ist die Verwertung des Produkts als Diagnostikum zum einen im Kontext klinischer Studien und zum anderen im Kontext klinischer Routine über den Verkauf von nichtexklusiven Lizenzen geplant.