Software mit Augenmaß

Als eines der ersten Projekte im Rahmen der Pilotphase von VIP startete 2011 aus der Technischen Universität Dresden heraus „VaLaBi“ zur Validierung einer Software zur flexiblen und hochwertigen Visualisierung von interaktiven 3D-Welten.

Frau mit 3D-Brille
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Heute, sechs Jahre nach dem Ende des Projekts, steht ein erfolgreiches Softwareunternehmen in Dresden für individuelle Benutzerschnittstellen und interaktive Datenvisualisierungen.

Mit einem Blick auf die Homepage der „Gesellschaft für Technische Visualistik“ erkennt man: Hier geht es um die Schnittstelle zwischen Hard- und Software, um digitale Interaktion und Kommunikation, um Mensch und Maschine. Doch was macht die Technische Visualistik genau? Dazu lohnt es sich die wissenschaftliche Arbeit der Professur für Mediengestaltung an der Technischen Universität Dresden in Augenschein zu nehmen. Dort hat, unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Groh, alles seinen Anfang genommen. Hier wird die optimierte Visualisierung von Daten unter Berücksichtigung des Nutzerverhaltens erforscht. Die angewandte und interdisziplinäre Forschung wurde 2003 als innovatives Fachgebiet an der Universität etabliert.

Interaktive Modellierung nutzerzentrierter 3D-Benutzerschnittstellen

Für die Forschergruppe der Technischen Visualistik bestand im Jahr 2011 die Herausforderung darin, dass die Visualisierung von 3D-Welten zwar schon weit fortgeschritten war, die interaktive Modellierung nutzerzentrierter 3D-Benutzerschnittstellen aber zurückblieb. Mit dem System "Bildsprache LiveLab" (BiLL) hatte der Fachbereich eine Software geschaffen, die erstmals in Echtzeit sowohl eine flexible Modellierung als auch eine hochwertige Visualisierung von interaktiven 3D-Welten ermöglichte. Im Vorhaben VaLaBi sollten diese Visualisierungen an die menschlichen Sehgewohnheiten angepasst werden. Die Ergebnisse, die mit Abschluss des Vorhabens VaLaBi 2014 vorlagen, flossen nicht nur in die weitere Forschung und Lehre an der Technischen Universität Dresden ein, sondern stellten auch einen wichtigen Baustein für die heutige Geschäftstätigkeit der GTV – Gesellschaft für Technische Visualistik mbH dar.

Gründung der Gesellschaft für Technische Visualistik

Das Ziel der Gründung der Gesellschaft für Technische Visualistik war es, die wachsende Nachfrage für menschengerechte Visualisierungen durch ein eigenes Unternehmen zu befriedigen. Der heutige Kundenkreis zeigt die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten: Ob Medienstationen für Museen, Augmented Reality in der Fahrzeugentwicklung oder Steuerkonsolen für Arbeitsmaschinen, die interaktiven Anwendungen der Gesellschaft für Technische Visualistik finden in den unterschiedlichsten Bereichen ihren Einsatz.  

Professur für Technische Visualistik

Die Beziehungen zur Technischen Universität Dresden sind derweil nicht abgerissen, sondern bestehen nach wie vor – personell wie forschungsseitig. Dr. Ingmar Franke, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Mediengestaltung an der Technischen Universität Dresden, ist gleichzeitig Geschäftsführer der Gesellschaft für Technische Visualistik. Darüber hinaus stärkt seit März 2019 Mitgründer und Gesellschafter Dr. Dietrich Kammer den Bezug der Gesellschaft für Technische Visualistik zur praxisnahen Forschung und Entwicklung durch seine Tätigkeit an der HTW Dresden als Professor für Technische Visualistik.

Auch die HTW Dresden reagiert mit der Einrichtung dieser neuen Professur auf den steigenden Bedarf an innovativen Visualisierungsmethoden unter Einsatz moderner Techniken der Mensch-Computer-Interaktion.

Forschung und Wirtschaft Hand in Hand

In diesem forschungsnahen Umfeld arbeiten die 18 Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Visualistik um Dr. Jan Wojdziak für Ihre Kunden an zukunftsrelevanten Themen wie „Begreifbare Interaktion“, „Multimodale Mensch-Maschine-Interaktion“ und „Interaktive Informationsvisualisierung“. Die Ergebnisse aus dem Projekt VaLaBi fließen dabei auch heute noch in das User Interface Design der Augmented- und Virtual-Reality-Applikationen ein. Die Erkenntnisse aus der Validierungsförderung dienen in der heutigen Projektarbeit der Gesellschaft für Technische Visualistik dazu, Innovationen zu gestalten und Ideen in den Produktiveinsatz zu überführen. Beispielsweise konnten spätere Mitarbeiter der Gesellschaft für Technische Visualistik in VaLaBi wertvolle Kenntnisse in Bezug auf die Verwertung wissenschaftlicher Ergebnisse, zum Beispiel im Bereich der Patentierung erwerben. Die Validierungsförderung hat damit sowohl für die ursprünglichen Gründer der Gesellschaft für Technische Visualistik als auch die aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einer Erfolgsgeschichte beigetragen.